Integrierter Unternehmensbericht 2018
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Der Schutz des Klimas und der Umwelt geht uns alle an. Wir wollen dabei eine Vorreiterrolle einnehmen und stellen deshalb höchste Ansprüche an uns. So reduzieren wir global unsere CO2-Emissionen, streben Klimaneutralität für die GIZ weltweit an und fördern eine umweltfreundliche, gesunde Mobilität unserer Mitarbeiter*innen. Ein Blick auf unser Umweltprogramm zeigt, wie viel wir bereits erreicht haben.

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NACHHALTIGES BAUEN: GÜTESIEGEL ZUM WOHL VON MENSCH UND UMWELT

Der Campus Kottenforst – wenn eine Trainingsstätte ein eigenes Kinderhaus beinhaltet und im Grünen liegt, dann ist schon vieles richtig gemacht worden. Im Januar 2018 hat die Akademie für Internationale Zusammenarbeit (AIZ) den neuen Campus am Rand des gleichnamigen Naturparks bei Bonn bezogen. Das Gebäudeensemble mit viel Holz und Glas hat noch mehr zu bieten: Gebaut wurde nach den Richtlinien des goldenen Gütesiegels der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB). Das heißt zum Beispiel, dass die Gebäude nahezu CO2-frei betrieben werden und dass zu 100 Prozent Ökostrom fließt. Nun können die Mitarbeiter*innen die Vorbereitungen für Auslandseinsätze und weitere Schulungen mit Elan absolvieren: Die Kinder sind in guten Händen und die umweltfreundliche Umgebung unterstützt Lernen und Abschalten gleichermaßen.

EMAS – die vier Buchstaben stehen für die anspruchsvollste Zertifizierung, die es im betrieblichen Umweltmanagement gibt: das Eco-Management and Audit Scheme. Die GIZ hat sie sich freiwillig zur Verpflichtung gemacht. Und ihr selbst gestecktes Ziel aus dem Umweltprogramm voll erfüllt: Im Jahr 2018 erhielten unter anderem der neue Campus Kottenforst, ein Gebäude in Eschborn und ein Standort in Berlin die EMAS-Validierung, so dass nun alle großen Standorte der GIZ in Deutschland das begehrte Gütesiegel haben. Für den EMAS-Umweltmanagementbeauftragten und beispielsweise Mitarbeiter*innen der Abteilung Liegenschaften bedeutete das eine große Herausforderung. Denn die Anforderungen der EMAS-Verordnung waren Ende 2017 noch einmal verschärft worden.

Campus 2020 – Ende 2019 soll er fertig sein: der neue GIZ-Campus in Bonn. Dazu wird neben dem bereits 2015 eingeweihten sogenannten Mäanderbau derzeit ein sechsstöckiges Gebäude mit 28.000 Quadratmetern Fläche errichtet. Auch der Neubau wird nach höchsten Standards gebaut und bei Fertigstellung von der DGNB mit einem Gold-Zertifikat ausgezeichnet. Konkrete klimaschonende Eigenschaften sind unter anderem die Nutzung des Regenwassers sowie die Nutzung der Abwärme aus dem Rechenzentrum. Auch in einer ganz anderen Hinsicht ist der neue Campus ein Fortschritt: Alle rund 1.100 Mitarbeitenden, die bisher in Bonn und Umgebung auf mehrere Standorte verteilt arbeiten, werden hier zusammenkommen. Das bedeutet ein Mehr an persönlichem Austausch und Begegnung.

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KLIMANEUTRALITÄT: RUNTER MIT DEN TREIBHAUSGASEN!

Vermeiden, reduzieren, kompensieren – in dieser Reihenfolge behandelt die GIZ die Emissionen von Treibhausgasen. Mit diesem Grundsatz strebt sie für 2020 Klimaneutralität weltweit an. Seit 2015 haben sich die durchschnittlichen jährlichen CO2-Emissionen pro Mitarbeiter*in der GIZ um 4,6 Prozent reduziert. Der Pro-Kopf-Ausstoß soll um 2,5 Prozent jährlich gesenkt werden. Die GIZ hat ein eigenes Projekt in Thailand, durch das sie ihre CO2-Emissionen kompensiert. Mit ihren Maßnahmen trägt die GIZ auch zum Ziel des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung bei, klimaneutral zu werden.

MOBILITÄT: FAHRT RAD!

Wer das Fahrrad nimmt, sitzt buchstäblich auf dem hohen Ross – denn kein anderes Verkehrsmittel hat so viele positive Eigenschaften. Das Fahrrad ist klimaschonend, leise und platzsparend, außerdem unterstützt es die Gesundheit. In Städten ist es auf Strecken unter fünf Kilometern auch noch das schnellste Verkehrsmittel. Die GIZ rückte deshalb 2018 die Förderung des Fahrradfahrens noch stärker in den Mittelpunkt der nachhaltigen Mobilität. Dazu ließ sie zum Beispiel neue Stellplätze bauen und brachte auf Veranstaltungen radelnde Mitarbeiter*innen mit Techniker*innen zusammen, die die Räder inspizierten und reparierten. Dafür zeichnete der Bundesdeutsche Arbeitskreis für Umweltbewusstes Management e.V. (B.A.U.M.) die Standorte Eschborn, Bonn und Berlin als fahrradfreundliche Betriebe aus. Auch international engagieren sich zahlreiche Kolleginnen und Kollegen für nachhaltige Mobilität. So etablierte das Landesbüro Bolivien in La Paz eine Station für E-Bikes und bewies damit, dass Radeln auch auf 3.600 Metern Höhe möglich ist.

NACHHALTIGKEITSWETTBEWERB: BEISPIELE FÜR UMWELTFREUNDLICHE IDEEN

Beim neuen GIZ-Nachhaltigkeitswettbewerb „Sustainability Champions“ bewarben sich 30 Teams aus aller Welt, wobei besonders viele Beiträge in der Kategorie „ökologisches Gleichgewicht“ eingereicht wurden. Die Initiativen reichten von der Reduzierung von flugbedingten CO2-Emissionen über den Schutz von Bienen bis zur Vermeidung von Plastikabfall. Der Zivile Friedensdienst der GIZ startete in Kenia eine Aktion zum Sammeln und Recyceln seines Mülls, zusammen mit einem lokalen Partner. Die Aktion hilft, einen bewussteren Umgang mit Müll zu entwickeln, zum anderen spart sie jährlich 422 Kilogramm CO2-Emissionen ein. Das Büro Liberia hat sein Dach mit einer Photovoltaikanlage ausgestattet und bezieht seinen Strom aus erneuerbarer Solarenergie. Der Wettbewerb war so erfolgreich, dass er alle zwei Jahre fortgesetzt werden soll. Kurzporträts der fünf Sieger des Wettbewerbs sind hier zu finden.

Umweltmanagement

Ökologie

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UMWELTPROGRAMM 2016–2020: RESSOURCEN SCHONEN UND NACHHALTIG BESCHAFFEN

Beim Umweltprogramm haben wir bereits viel erreicht. Wir erfassen nun die CO2-Emissionen in einem großen Teil unserer Landesbüros durch den Corporate Sustainability Handprint® (CSH). Auch für wesentliche in Deutschland beschaffte Sachgüter wie Laptops, Monitore, Desktop-PCs und Pkws erheben wir testweise die CO2-Emissionen. In allen Bereichen prüfen wir Reduktionspotenziale oder erarbeiten Maßnahmen, um Emissionen zu vermeiden oder zu reduzieren. In den letzten Jahren forderten wir bei zahlreichen Rahmenausschreibungen höchste Nachhaltigkeitskriterien ein. An vielen Zielen arbeiten wir noch intensiv: So entwickeln wir Prinzipien der nachhaltigen Beschaffung für die wesentlichen Produkt und Dienstleistungsgruppen. Wir wollen diese Prinzipien auch in den Landesbüros umsetzen und arbeiten dort an der Einbindung von Umwelt- und Sozialkriterien bei Ausschreibungen für Dienstleistungen und Sachgüter.

CSH