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Nachhaltigkeits-
management: strategisch und systematisch

Wir haben das Nachhaltigkeitsmanagement im Unternehmen systematisch verankert. In den vergangenen zwei Jahren haben wir zudem Maßnahmen zum Klimamanagement stark ausgeweitet.

Nachhaltigkeit ist handlungsleitend für unsere Arbeit. Die unternehmerische Nachhaltigkeit wird in der GIZ von der Vorstandssprecherin verantwortet. Das Sustainability Board, Beauftragte*r des Vorstands für Nachhaltigkeit und das Sustainability Office arbeiten eng zusammen, um das Thema systematisch im Unternehmen zu verankern und weiterzuentwickeln. Dazu stimmt sich das Sustainability Office mit anderen Organisationseinheiten der GIZ ab.

Grafik: GIZ: Sustainability Office

Nachhaltigkeitsmanagement: Wo wir stehen

In der Unternehmensstrategischen Evaluierung (USE) hat die GIZ eine Bestandsaufnahme ihres Nachhaltigkeitsmanagements in Auftrag gegeben, um zu erfahren, wo Verbesserungsbedarf besteht. Positiv beurteilen die externen Evaluator*innen, dass die GIZ bereits über einen systemischen Ansatz, Strukturen und Instrumente zum Management der Nachhaltigkeit verfügt. Standards, Selbstverpflichtungen und eine ausführliche Berichterstattung geben Handlungsanleitungen und schaffen Transparenz. Insbesondere die Organisationsstruktur mit Sustainability Board, Beauftragte/-r des Vorstands für Nachhaltigkeit und Sustainability Office schafft gute Voraussetzungen für ein effektives Management. Die Evaluator*innen empfahlen, Leitplanken für den Umgang mit Zielkonflikten zu formulieren. Zielkonflikte liegen etwa vor, wenn bei Reisen zwischen ökologischer Nachhaltigkeit und sozialen Aspekten wie Gesundheit oder Work-Life-Balance entschieden werden muss. Aufgabe des Nachhaltigkeitsmanagements ist es nun, Orientierungen zur Auflösung von Zielkonflikten zu geben.

Fokus Klimamanagement

Die GIZ arbeitet nach dem Grundsatz: Emissionen von Treibhausgas (THG) erst vermeiden, dann reduzieren und zuletzt kompensieren. Auf dem Weg zum klimaneutralen Unternehmen erfassen wir THG-Emissionen systematisch. In Deutschland geschieht dies mit dem europäischen Umweltmanagementsystem EMAS (Eco-Management and Audit Scheme), im Ausland mit dem Corporate Sustainability Handprint® (CSH), einem eigens entwickelten Tool für das Nachhaltigkeitsmanagement der GIZ im Ausland. 

In den letzten Jahren hat die GIZ ihre THG-Emissionen pro Mitarbeiter*in im Inland insgesamt reduziert. So wurden Neubauten nach den höchsten Standards der Energieeffizienz errichtet. An den Standorten in Deutschland wird fast ausschließlich Ökostrom verwendet. Der Verbrauch von konventionellem Strom resultiert aus den allgemein genutzten Flächen, wie beispielsweise des Empfangsbereichs oder des Fahrstuhls. Da die GIZ teilweise Gebäude anmietet, besitzt sie keinen vollumfänglichen Einfluss auf die Wahl der Stromprodukte. Durch den Ausbau der Fahrradinfrastruktur an den deutschen Standorten wurde die GIZ als fahrradfreundlicher Betrieb zertifiziert. Job- und Großkundenticket unterstützen darüber hinaus die Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs in Bonn und Eschborn.

Auf dem Weg zur Klimaneutralität

Reisen gehören zum Alltag der GIZ-Mitarbeiter*innen. Digitale Technologien wie Onlinekonferenzen können einen Teil ersetzen, aber nicht alle. Der persönliche Austausch ist für die wirkungsvolle Arbeit der GIZ in vielen Fällen unerlässlich. Auch hier gilt, Treibhausgas-Emissionen wo immer möglich zu vermeiden (Prüfung der Reisenotwendigkeit), zu reduzieren (klimafreundliche Gestaltung von Geschäftsreisen) und letztmöglich zu kompensieren. 

Seit 2013 ist die GIZ im Inland klimaneutral, alle Treibhausgas-Emissionen im Inland werden kompensiert: nicht nur die aus Pendlerverkehr und Flügen der Inlandsmitarbeiter*innen, sondern auch aus anderen Quellen wie Gasheizungen oder Emissionen aus Kältemitteln. Ab dem Jahr 2020 strebt die GIZ an, auch all ihre THG-Emissionen im Ausland zu kompensieren. 

2018 emittierte die GIZ in Deutschland
28.142 Tonnen Treibhausgase aus:

 

2.040 t

Gasheizungen, Kraftstoffen
der Dienstfahrzeuge,
Kältemitteln
und Generatoren

 

764 t

Fernwärme,
Fernkälte und
Strom

 

25.338 t

Pendlerverkehr,
Flügen der Inlands-
mitarbeiter*innen

Im Ausland 100.000 Tonnen
Treibhausgase, davon:

rund

75.000 t


Flugreisen

Der Beitrag der GIZ zur Einsparung
von Treibhausgasen:

etwa

400.000

Jährlich per Skype oder
Video durchgeführte
Konferenzen

Klimawirkungen der Projekte

Von der GIZ durchgeführte Vorhaben haben oft positive Auswirkungen auf den Klimaschutz, indem sie THG-Emissionen direkt oder indirekt mindern bzw. vermeiden, sowie auf die Anpassung an den Klimawandel. 2019 wurden durch Projekte, die die GIZ umsetzt, rund 32 Millionen Tonnen THG-Emissionen (CO2e) direkt und indirekt reduziert oder vermieden, davon durch Vorhaben im BMZ-Auftrag 29,5 Millionen Tonnen. Diese Zahlen wurden im Rahmen einer unternehmensweiten Abfrage auf Basis einer Schätzmethode ex post erhoben.

Durch die Installation von Solarpanels auf Dächern von Moscheen in Marokko etwa konnten konventionelle Energiequellen ersetzt werden. Ein weiteres Beispiel ist die Beratung unserer Partnerländer bei der Verankerung langfristig angelegter nationaler Programme zur Förderung erneuerbarer Energien zur Stromgewinnung. Dadurch können mittelfristig indirekt signifikante Mengen an THG Emissionen reduziert werden, wenn fossile Energieträger aus dem Netz genommen werden.

Doch auch die Arbeit der GIZ kann negative Auswirkungen auf das Klima haben, wenn sie direkt oder indirekt klimaschädliche THG-Emissionen generiert. Mögliche negative Klimawirkungen prüft die GIZ im Rahmen des Safeguards und Gender Managementsystems (SuG) bereits vor einer Beauftragung. Projekte mit entsprechendem Risiko müssen eine vertiefte Klimaschutzprüfung durchführen und geeignete Maßnahmen erarbeiten, um erhebliche Emissionen zu vermeiden oder zu reduzieren.