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Weltweit verantwortungsvoll handeln

Unternehmerische Nachhaltigkeit spannt sich für die GIZ in einem weiten Bogen von Menschenrechten über den Schutz der Umwelt bis hin zur Planung neuer Gebäude.

Die GIZ hat Nachhaltigkeit fest in Strategie und Management verankert. Zudem weist sie den Mitarbeitenden den Weg zum verantwortungsvollen Handeln in der täglichen Arbeit.

Soziale Verantwortung, ökologisches Gleichgewicht und wirtschaftliche Leistungsfähigkeit – Nachhaltigkeit betrifft alle Ebenen. Um wirklich nachhaltig zu handeln, sehen wir politische Teilhabe als wichtige Grundvoraussetzung. Die GIZ geht deutlich über die Erfüllung gesetzlicher Anforderungen hinaus und setzt sich ambitionierte Ziele.

An einem Strang ziehen

Alle machen mit: Führungskräfte der GIZ können das ­freiwillige Engagement von Mitarbeitenden für mehr Nachhaltigkeit jetzt in deren Zielvereinbarungen aufnehmen. Der Elan ist groß. So bringen die Beschäftigten heute schon ihre Ideen in Mitarbeiterinitiativen sowie bei Sitzungen der Umweltteams in Berlin, Eschborn und Bonn ein.

Foto: GIZ: Engagement bei den Deutschen Aktionstagen Nachhaltigkeit
Engagement bei den Deutschen Aktionstagen Nachhaltigkeit
(© GIZ / Lennart Michels)

Soziale Verantwortung

Im Rahmen der sozialen Verantwortung legt die GIZ ­besonderen Wert auf ihre menschenrechtliche Sorgfaltspflicht in Projekten und Unternehmensprozessen.

Menschenrechte großgeschrieben

Die Bundesregierung hat im Nationalen Aktionsplan Wirtschaft und Menschenrechte 2016–2020 die UN-Leit­linien zur Achtung der Menschenrechte umgesetzt. Der Aktionsplan verankert feste Leitlinien für die Umsetzung von Menschenrechten in deutschen Unternehmen und in deren Lieferketten. Die GIZ nimmt ihre Verantwortung für die Einhaltung der Menschenrechte nicht nur im eigenen Unternehmen, sondern auch in der Lieferkette ernst.

Als ersten Schritt hat die GIZ 2019 eine ­Risikoanalyse in zwei Themenfeldern durchgeführt: Die Beschäftigungs­bedingungen in den GIZ-Büros im Ausland und die Beschaffung von Sachgütern und Dienstleistungen im ­In- und Ausland wurden unter die Lupe genommen. ­Anhand einer Roadmap wird eine GIZ-interne Arbeits­gruppe Maßnahmen umsetzen, um die menschenrechtliche Sorgfalt im Unternehmen zu stärken: Dazu zählen beispielsweise die ­Überarbeitung von Grundsatzdokumenten, die systematische Integration von Menschen­rechtsaspekten in Beschaffungs­prozesse oder die stärkere Sensibilisierung von Mitarbeitenden.

Außerdem beteiligte sich die GIZ mit weiteren deutschen Unternehmen an einem Monitoring der Bundesregierung zur Umsetzung des Nationalen Aktionsplans Wirtschaft und Menschenrechte. Die Ergebnisse des Monitorings ­werden 2020 von der Bundesregierung veröffentlicht.

Erfahren Sie online mehr über soziale Themen bei der GIZ:
berichterstattung.giz.de/personal

Wirtschaftliche Leistungsfähigkeit

Um als Unternehmen erfolgreich unsere Ziele zu erreichen, müssen wir unsere Leistungsfähigkeit erhalten und weiter ausbauen. Dazu gehört es, Ressourcen möglichst effizient und nachhaltig einzusetzen.

Beschaffung mit Hebelwirkung

Wie können nachhaltigere Büromöbel beschafft werden? Welche sozialen und ökologischen Kriterien sollten bei Publikationen und anderen Druckerzeugnissen erfüllt ­werden? Und welche Nachhaltigkeitsaspekte können bei der Vergabe von Beratungsdienstleistungen berücksichtigt werden? Diese Fragen gewinnen für die GIZ angesichts des hohen Vergabevolumens für Sachgüter, Bau, Dienstleistungen und Finanzierungen – im Jahr 2018 waren es über 1,5 Mrd. Euro – immer mehr an Bedeutung. Die Beschaffung ist daher ein wichtiger Hebel, um Nachhaltigkeit auch in den Wertschöpfungs- und Lieferketten der GIZ zu verankern. 

Der aktuelle Bericht „Nachhaltige Beschaffung“ beleuchtet die Rahmenbedingungen für nachhaltige Einkaufsprozesse in der GIZ und stellt Kriterien für wiederkehrende Posten wie Gebäudereinigung oder IT-Hardware vor.

Das Fachteam Nachhaltige Beschaffung der Abteilung Einkauf und Verträge entwickelte im Jahr 2019 ­darüber ­hinaus Schulungsformate für Beschaffer*innen sowohl in Deutschland als auch in den Landesbüros der Außenstruktur. Bei den durchgeführten Workshops in Addis Abeba und Bangkok konnten sich Kolleg*innen zu den regionalen Potenzialen austauschen und voneinander lernen. Ziel ist es, an allen Standorten die Berücksichtigung von Nachhaltigkeitskriterien in der Beschaffung zu fördern. Auch 2020 wird die GIZ weltweit interne Schulungen zum Thema organisieren. 

Für die externen Dienstleister der GIZ steht seit 2019 mit dem „Guide for Practising corporate Sustainability“ (GIZ GPS) ein Onlinekurs zur Verfügung, um sich über unternehmerische Nachhaltigkeit in der GIZ zu informieren. Dieses ansprechend visualisierte Tool soll als Inspirationsquelle dienen, gemeinsam mit der GIZ unternehmerische Nachhaltigkeit weiterzudenken und zu verbessern. Beauftragte Dienstleistungsunternehmen werden mit dem Versand der Vergabeunterlagen zukünftig darum gebeten, den GIZ GPS zu durchlaufen, und erhalten anschließend ein Zertifikat.

Nachhaltige Events

Veranstaltungen, Meetings und Konferenzen ­gehören zum Alltag in der GIZ. Es wird häufig unterschätzt, ­welchen ökologischen Fußabdruck solche Events generieren. Die Anreise der Teilnehmenden erzeugt Treibhausgase, es ­entsteht Abfall, Energie wird verbraucht – dies summiert sich und belastet die Umwelt beträchtlich. Die GIZ gibt mit ihren Mindeststandards zum nachhaltigen Veranstaltungs­management eine Orientierung für die Standorte in Deutschland, diese Belastung zu mindern. Sie beinhaltet Vorgaben zu den drei Dimensionen der Nachhaltigkeit in sieben Handlungsfeldern. Dazu gehört beispielsweise, dass Hotels mit Bus und Bahn gut zu erreichen sind, dass ­digitale Anwendungen für papierlose Veranstaltungen zum Einsatz kommen oder dass das Catering möglichst vegetarisch ist. Kurz vor dem Termin ist nachzufragen, welche Gäste wirklich kommen, um keine Überkapazitäten vorzuhalten. Veranstaltungen mit mehr als 100 Teilnehmenden müssen durch Kompensation klimaneutral gestellt werden.

Catering in der GIZ – lecker sowie ökologisch und sozial gut

Leitungs- statt Flaschenwasser, vegetarische Delikatessen statt Fleisch und Fair-Trade-Kaffee aus Bioanbau – die Catering-Angebote bei Veranstaltungen der GIZ in Deutschland und Brüssel folgen den unternehmensweit vereinbarten Mindeststandards unseres nachhaltigen Veranstaltungsmanagements. Einweggeschirr und Kleinstverpackungen sind nicht mehr zugelassen. Nach den Events stehen „Beste-Reste-Boxen“ für Speisen bereit, die am Buffet übrig bleiben. Damit wird die Vergeudung von Lebensmitteln vermindert.

Foto: GIZ: Nachhaltiges Veranstaltungsmanagement: Restevermeidung beim Catering
Nachhaltiges Veranstaltungsmanagement: Restevermeidung beim Catering
(© Felix Zahn / photothek.net)

Ökologisches Gleichgewicht

Die GIZ hat sich zum Ziel gesetzt, ihr ökologisches Gleichgewicht als eine der drei Dimensionen von Nachhaltigkeit zu verbessern. Sie will den Ausstoß von Treibhausgasen senken und weniger Ressourcen wie Wasser, Papier und Strom verbrauchen. Einen Beitrag dazu ­leisten die neuen Gebäude in Bonn, die den Standards des nachhaltigen Bauens genügen. 2020 dienen die Umweltdaten außerdem erstmals dazu, Klimakompensation für die Emissionen des ganzen Unternehmens (also nun auch für das Ausland) zu leisten.

„Die GIZ agiert weltweit nach dem Leitprinzip der Nachhaltigkeit. Daher ist es uns ein Anliegen, auch beim Bauen für den eigenen Bedarf nach höchsten Standards vorzugehen. Damit bieten wir unseren Mitarbeiter*innen einen Arbeitsplatz, der im Einklang mit den eigenen Unternehmenswerten steht.“

Henriette Strothmann, Abteilungsleiterin Liegenschaften 1
(© Henriette Strothmann)

Foto: GIZ: Henriette Strothmann, Abteilungsleiterin Liegenschaften 1

Campus Bonn mit Gold-Standard

Die GIZ investiert in moderne Arbeitsplätze: Der ­Campus Bonn bietet nach Fertigstellung des sieben­stöckigen Neubaus Ende 2019 jetzt Arbeitsplätze für 1.500 Personen – 500 davon im benachbarten ­sogenannten Mäanderbau, der seit 2015 besteht. Der ­Neubau wird wie schon der Mäanderbau durch die ­Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen e. V. mit dem Gold-­Standard zertifiziert. Ausgezeichnet werden Energieeffizienz und ­Ressourcenschutz, aber auch ein gesundes Arbeits­umfeld. Es gibt Räume für die Arbeit im Team und ruhige Rückzugsbereiche. Eine Photovoltaikanlage auf dem Dach ­versorgt acht Ladesäulen für E-Autos.

Foto: GIZ: Ökologisches Bauen am Standort Bonn
Ökologisches Bauen am Standort Bonn
(© GIZ / Volker Lannert)
Grafik: GIZ: Ökologisches Bauen am Standort Bonn

Wildblumen statt Rasen

Es blüht rund um die GIZ-Gebäude in Eschborn: Korn­blumen, Steinklee und Wiesenkerbel locken nützliche ­Insekten an. 700 Quadratmeter Rasen wurden in eine Wiese mit Wildblumen verwandelt. Die GIZ bietet Bienen und ­Hummeln nicht nur Nahrung, sondern auch ­Wohnung. Insekten­hotels laden zum Nisten ein. Mit Erfolg: Es haben sich bereits ­seltene Einsiedlerbienen ­angesiedelt, deren Lebensraum als stark gefährdet gilt. Gerade diese Wildbienen bestäuben viele ­Wildpflanzen und erhalten so die Vielfalt der Natur.

Ökodaten der Landesbüros

Die Umweltbilanz der GIZ-Landesbüros ist aufgrund der vielen Standorte in rund
120 Ländern herausfordernd in Zahlen zu fassen. Dafür hat die GIZ den Corporate Sustainability Handprint® (CSH) entwickelt, ein Instrument, das unter anderem misst, welche Konsequenzen unsere Aktivitäten im Ausland ökologisch hinterlassen. Während der ökologische „Fußabdruck“ Verbrauchszahlen etwa zu Wasser oder CO2-Emissionen erfasst, bildet der „Handabdruck“ die aktiven Beiträge zur Nachhaltigkeit ab: zum Beispiel durch das Anbringen von Solaranlagen statt Generatoren, die Bildung von Fahr­gemeinschaften für Pendlerwege, Gesundheitsaufklärung, Informationen zu integrem Verhalten in potenziellen Konfliktsituationen sowie nachhaltige Beschaffung. Zudem werden Länderteams 2020 dabei unterstützt, Treibhausgase zu reduzieren, und somit ermutigt, ihre ökologische Nachhaltigkeitsbilanz zu optimieren. 

Foto: GIZ: CSH-Workshop in Uganda
CSH-Workshop in Uganda (© GIZ Uganda)

Die Landesbüros berichten im CSH über ihre verschiedenen Maßnahmen zur Senkung des ökologischen Fußabdrucks. Beispielsweise hat das Landesbüro in Thailand neben einem „Green Guide to Bangkok“, der dabei helfen kann, den Alltag in Bangkok nachhaltiger zu gestalten, auch ein „Green Procurement Handbook“ erstellt. Dieses Handbuch erklärt verschiedene Nachhaltigkeits­kriterien, die bei der Beschaffung von Waren und Dienstleistungen einbezogen werden sollten. 

Die Landesbüros Armenien, Aserbaidschan und Georgien haben sich zum „Regional CSH Exchange South ­Caucasus“ zusammengeschlossen. Dieser Verbund fördert und verstärkt den Austausch zwischen den GIZ-Büros der Nachbarländer. Sie können sich über regionalspezifische Herausforderungen verständigen und gemeinsame Maßnahmen zur ökologischen Dimension des CSH über die Länder­grenzen hinaus verwirklichen.

Einige Teams entwickeln auch länderübergreifende Vor­schläge, um die ökologische Nachhaltigkeit der GIZ ins­gesamt voranzutreiben. So hat das CSH-Team aus Madagaskar und Mauritius zum Beispiel aufgezeigt, dass das Ersetzen von Generatoren durch Solaranlagen an Projektstandorten der GIZ ein signifikantes THG-Einsparpotenzial aufweist.