Keine ArmutWeniger UngleichheitenNachhaltige Städte und GemeindenNachhaltiger Konsum und nachhaltige ProduktionMaßnahmen zum KlimaschutzLeben unter WasserLeben an LandFrieden, Gerechtigkeit und starke InstitutionenPartnerschaften zur Erreichung der ZieleKein HungerGesundheit und WohlergehenHochwertige BildungGeschlechtergleichheitSauberes Wasser und SanitäreinrichtungenBezahlbare und saubere EnergieMenschenwürdige Arbeit und WirtschaftswachstumIndustrie, Innovation und Infrastruktur Artboard 1

Partnerschaften: zusammen stark

Globale Heraus­forderungen erfordern gemein­same Lösungen. Deshalb arbeiten wir weltweit mit vielen Partnern zusammen. Dabei setzen wir auf unter­schied­liche Konzepte und Konstellationen.

Als global agierende Entwicklungsorganisation arbeiten wir als GIZ mit den unterschiedlichsten Partnern zusammen. Nur wenn wir Expertisen teilen, Ressourcen bündeln und voneinander lernen, können wir unsere Aufträge wirkungsvoll umsetzen – und unsere Vision eines besseren Lebens weltweit verwirklichen. Denn für globale Herausforderungen brauchen wir gemeinsame Lösungen. Unterschiedliche Situationen erfordern dabei unterschiedliche Konzepte. So nutzen wir zum Beispiel sogenannte Dreieckskooperationen mit Partnern aus unseren Einsatzländern, um unser Wissen weiterzugeben und neues zu erlangen, oder bringen unsere Expertise im Bereich Wirtschafts-Start-ups im Irak für die Weltbank ein. Gemeinsam mit EU-Ländern und ihren Institutionen arbeiten wir außerdem beispielsweise im Team Europe, um zusammen Verantwortung für die drängendsten entwicklungspolitischen Themen zu übernehmen.

So unter anderem in Afrika zum Thema Digitalisierung: Hier setzen die belgische Entwicklungsagentur Enabel und die GIZ in einem gemeinsamen Projekt von BMZ und EU Maßnahmen zur Digitalisierung des Bildungs- sowie des Gesundheitssektors in acht afrikanischen Ländern um.

Das haben Enabel und die GIZ unter anderem gemein­sam in Ruanda erreicht:

3

nationale Bildungs­richtlinien wurden überarbeitet.

5800

Schüler*innen und 380 Lehrer*innen haben von Schulungen zur digitalen Bildungsstrategie profitiert.

30

von uns ausgebildetete Trainer*innen haben ihr Wissen zu digitalen Fertigkeiten an über 3.000 Lehrkräfte weitergegeben.

560

Gesundheitskräfte wurden im Bereich „Digital Literacy“ fortgebildet.

1

nationale App wurde programmiert, die Informationen zur Covid-19-Impfung bereitstellt und den Impfstatus dokumentiert.

Mit Team Europe effektiv unterstützen

Das Projekt entstand als Reaktion auf die Covid-19-Pandemie, mit dem Ziel, möglichst schnell konkrete Hilfe zu leisten. GIZ und Enabel taten sich zusammen und wurden von der EU für die gemein­same Umsetzung ausgewählt. Das Projekt war eines der ersten, die unter dem Dach von Team Europe entstanden. Damit sie umgehend starten konnten, ver­einbarten die beiden Organi­sationen, sich auf ihre Stärken vor Ort zu konzentrieren und in der Umsetzung in den Ländern thematisch auf­zuteilen. Die GIZ ist für Grund­bildungs­projekte verantwortlich, Enabel für Berufs­bildungs- und Gesundheits­projekte. Ein gemeinsamer Projekt­koordinator hat alle Kom­ponenten des Projekts im Blick. Auch die finan­zielle und inhalt­liche Bericht­erstattung erfolgen gemeinsam, ebenso wie die Projekt­kommunikation sowie die Teil­nahme an Messen, Fach­foren und anderen Ver­anstaltungen.

Diese Zusammen­arbeit auf euro­päischer Ebene spiegelt den Team-Europe-Ansatz wider. Unter dem Team-Europe-Dach unter­stützen die Kommission, Finanz­institutionen und Mitglieds­staaten der EU sowie deren Durch­führungs­organisationen ihre Partner­länder. Gemein­sam wollen sie Wirkungen erzielen, die lang­fristig etwas ver­ändern. Dafür bringen sich die Akteure mit ihren jeweiligen Aktivi­täten und ihrem Know-how ein. Das macht die Arbeit vor Ort effizienter, trans­parenter und sicht­barer nach außen. Die GIZ setzt aktuell mehr als 300 Projekte um, die zu Team-Europe-Initiativen beitragen – in immer mehr Fällen gemein­sam mit Durch­führungs­organisationen der anderen EU-Mitglieds­staaten.

Porträtfoto: Emilienne Umuraza.

»Ganz im Sinne von Team Europe teilen Enabel und GIZ Netzwerke, Wissen und Erfahrungen, um das Projekt besser umzusetzen und höhere Wirkungen zu erzielen. Insbesondere bei Querschnitts­themen wie Geschlechter­gerechtigkeit und der Zusammenarbeit mit dem privaten Sektor arbeiten wir eng zusammen. In Terminen und Koordinierungs­sitzungen planen wir gemeinsam und tauschen uns strategisch aus.«

Emilienne Umuraza, Enabel Ruanda
© Emilienne Umuraza

Jungen Menschen eine Perspektive bieten

Viele Partner, ein Ziel: In den Palästinensischen Gebieten arbeiten drei Projekt­partner zusammen, um Berufs­ausbildungen im Bereich erneuer­bare Energien zu verbessern.

Palästinensische Gebiete, Brasilien, Deutschland:

Palästinensische Gebiete, Brasilien, Deutschland: In dieser auf den ersten Blick ungewöhnlichen Kombination arbeitet die GIZ in einer sogenannten Dreiecks­kooperation daran, die Beschäftigungs­fähigkeit junger Menschen in den Palästinensischen Gebieten nach der Covid-19-Pandemie zu verbessern. Der Fokus liegt dabei auf dem Sektor erneuer­bare Energien, ins­besondere Photo­voltaik.

Foto: Eine Frau mit Kopftuch und ein Mann befinden sich auf dem Dach eines Hauses uns tragen gemeinsam ein großes Solarpaneel.
© Hassan Eslaeeh

Nur mit globalen Partner­schaften, in denen alle gesell­schaft­lichen Gruppen ihren Beitrag leisten, können wir die Ziele der Agenda 2030 erreichen. Diese ist ein klares Bekenntnis zur gemein­samen Verantwortung, denn Heraus­forderungen wie Armut, Klima­wandel und ökonomische Ungleich­heit erfordern gemein­same Lösungen.

Die brasilianischen und deutschen Projekt­partner bringen ihre Expertise im Bereich Berufs­ausbildungen in das Projekt ein, indem sie zum Beispiel bei der Er­stellung von Lehr­plänen beraten. Außerdem haben im September 2022 brasilianische Professoren ein zehn­tägiges Training in Palästina zum Thema Photo­voltaik durch­geführt. Teil­genommen haben palästi­nensische Lehr­kräfte ver­schiedener technischer (Hoch-)Schulen, die als Multi­plikatoren ihr neu erworbenes Wissen an ihre Schüler*innen und Kolleg*innen weiter­geben konnten.

„Die Palästinensischen Gebiete profitieren stark von dieser Zusammen­arbeit und der deutschen und brasilianischen Expertise“, erklärt Alice Guimarães, die für die GIZ in Brasilien das Projekt mit­begleitet, aber die palästinensischen Partner leisten natürlich auch einen großen Beitrag, indem sie Räumlichkeiten und Labore zur Verfügung stellen und viele weitere eigene Ressourcen mit einbringen. Am Ende profi­tieren alle drei Partner von dem Aus­tausch, ins­besondere im Bereich der Forschung.“

Solche Dreiecks­kooperationen geht die GIZ in ihrer Arbeit immer wieder ein. Vor­teil dieser Partner­schaften ist, dass alle ihr Wissen und ihre Kennt­nisse ein­bringen, voneinander lernen und Ver­antwortung über­nehmen. Weil der Über­gang der drei Partner zwischen Begünstigtem, Wissens­träger und Unter­stützer oft fließend ist, profitieren alle Beteiligten und die Partner­schaft der verschiedenen Länder kann florieren.

Deutschland und Brasilien arbeiten schon seit vielen Jahren gemein­sam in Dreiecks­kooperationen mit unter­schiedlichen Partner­ländern zusammen. Auf der deutschen Seite werden diese Kooperationen von der GIZ umgesetzt, auf der brasilianischen von ABC, der brasi­lianischen Agentur für Kooperation. Auftrag­geber sind in diesem Projekt das BMZ und das brasilianische Außen­ministerium MRE. Von palästinensischer Seite sind in das Projekt die Agentur für Internationale Zusammenarbeit (PICA), die für die Berufs­bildung zuständigen Ministerien unter der Koordination der Nationalen Berufs­bildungs­kommission und die Privat­wirtschaft unter dem Dach­verband der Industrie- und Handels­kammern involviert.

Und das sagen die Partner:

Porträtfoto: Samer Hussein.

»Einer der wichtigsten Aspekte dieser Partner­schaft ist die Chance für die Palästinensischen Gebiete, von Brasiliens Erfahrungen mit erneuer­baren Energien und von Deutsch­lands Erfahrungen mit Berufs­ausbildungen zu lernen.«

Samer Hussein, Generaldirektor für die Fachausbildung,
Ministerium für höhere Bildung und Wissenschaft, Palästinensische Gebiete
© Samer Hussein
Porträtfoto: Alice Guimarães.

»Die Zusammenarbeit mit so vielen Institutionen mit ganz unter­schied­lichen Arbeits­weisen stellt uns manchmal vor Heraus­forderungen, aber wir sehen auch eine hohe Verbind­lich­keit und ein großes Engage­ment auf allen Seiten.«

Alice Guimarães, GIZ-Projektleiterin in Brasilien
© Alice Guimarães
Porträtfoto: Felipe Almeida.

»Die Reise in die Palästinensischen Gebiete war eine spannende Erfahrung. Wir haben unser Wissen geteilt und selbst auch Neues gelernt. Zum Beispiel, dass Photovoltaik­anlagen auf palästinensischen Dächern andere Stützen brauchen als auf brasilianischen, weil die Dächer flach sind und nicht schräg. Ich freue mich sehr auf den Gegen­besuch.«

Felipe Almeida, Professor für Photovoltaik am Instituto Federal de São Paulo
und einer der Leiter des Vor-Ort-Workshops in den Palästinensischen Gebieten
© Felipe Almeida

Gemeinsame Werte, komplementäre Stärken

Eine besondere Partner­schaft verbindet uns mit der Welt­bank. Denn wenn wir Finanz­kraft und Umsetzungs­stärke bündeln, können wir besonders viel für die Menschen vor Ort erreichen.

Die Weltbank als inter­nationale UN-Organisation ist ein wichtiger Akteur in der globalen Entwicklungs­zusammenarbeit – und für die GIZ ein wertvoller Partner. Indem wir unsere jeweiligen Stärken – die Finanz­kraft der Weltbank und die Umsetzungs­stärke der GIZ – zusammen­bringen, können wir Projekte wirkungs­voller umsetzen, so zum Beispiel im Bereich soziale Sicherung.

Mit dem Begriff soziale Sicherung sind diverse soziale Leistungen gemeint, die Staaten auf der ganzen Welt ihren Bürger*innen zukommen lassen. Krankenversicherungen, Arbeitslosengeld, Witwenrente oder Unterstützung im Katastrophenfall sind nur einige Beispiele. Die Weltbank ist der weltweit größte Finanzgeber für Projekte der sozialen Sicherung im Globalen Süden, so auch in Ruanda.

Foto: Zwei Frauen mit Kopftüchern schauen auf einen Bildschirm und lächeln.
© GIZ / David Degner

Bereits seit 2008 verfolgt die ruandische Regierung einen ambitionierten Plan, um Menschen durch umfangreiche soziale Leistungen aus extremer Armut zu befreien. Dafür hat sie unter anderem ein neues digitales Sozialregister eingeführt. Dieses soll langfristig die Registrierung und Auszahlung von Leistungen vereinfachen. Die Weltbank unterstützt die Regierung bei diesem Vorhaben finanziell. Im Auftrag des BMZ leistet die GIZ im Rahmen einer sogenannten bilateralen Flankierung dazu passende technische Unterstützung. Zum Beispiel beraten wir die Regierung in enger Abstimmung mit der Weltbank dabei, bereits vorhandene Daten aus dem Sozialbereich effizienter zu analysieren, das neu eingeführte digitale Sozialregister regelmäßig zu aktualisieren und alle digitalen öffentlichen Daten sinnvoll zu verknüpfen. Wir bieten außerdem Trainings für die Beamt*innen an, die mit dem neuen System arbeiten. Durch diese flankierenden Maßnahmen kann das von der Weltbank finanzierte Sozialregister schneller und effizienter mehr Menschen erreichen und unterstützen. So tragen wir dazu bei, dass die Investition der Weltbank mehr Wirkung entfaltet.

Auch in fragilen Kontexten, in denen außergewöhnliche Umstände oft flexible Lösungen erfordern, hat sich unsere Zusammenarbeit mit der Weltbank bewährt. Ein Beispiel ist das Projekt CARP im Irak, das kleinere und mittlere Unternehmen und Start-ups fördert, die von der Covid-19-Pandemie betroffen waren. Die Unternehmen können sich über eine eigens eingerichtete Plattform für Anschubfinanzierungen bewerben und zusätzlich von Coachings und Schulungen profitieren. Die Weltbank finanziert das Projekt; GIZ International Services setzt es im Auftrag des irakischen Finanzministeriums um. Mit CARP stärken wir gemeinsam mit der irakischen Zentralbank auch den institutionellen Rahmen des Mikrofinanzsektors und unterstützen kleine und mittlere Unternehmen dabei, sich von den finanziellen Auswirkungen der Pandemie zu erholen. Mehr über die Zusammenarbeit von Weltbank und GIZ lesen Sie im Interview mit Alexandre Laure von der Weltbank.

Porträtfoto: Alexandre Laure.
© Alexandre Laure

»Vertrauen ist die Geheimzutat, die ein Projekt zum Erfolg führt.«

Im Irak arbeiten die GIZ und die Weltbank gemeinsam in einer neuartigen Allianz, mit der GIZ als Umsetzungspartner für das Projekt CARP (siehe Infokasten). Alexandre Laure, Senior-Spezialist für den Privatsektor bei der Weltbank, erklärt, was diese Kooperation besonders macht.

Inwiefern unterscheidet sich die Partnerschaft der GIZ und der Weltbank im Irak von anderen Weltbank-Projekten?

Normalerweise laufen Projekte der Weltbank über nationale Regierungen und werden von Ministerien oder anderen öffentlichen Trägern umgesetzt. Bei CARP haben wir nach Möglichkeiten gesucht, die Privatwirtschaft im Irak jenseits der üblichen Verdächtigen wie Öl-, Gas- oder Bauunternehmen zu unterstützen. Darum haben wir uns entschieden, uns auf die Gründung und Förderung innovativer Unternehmen zu fokussieren. Diese waren im Irak gerade erst am Entstehen und die Regierung hatte noch keine Erfahrung damit, diese Art von Projekten umzusetzen. In solchen Fällen suchen wir normalerweise nach einer NGO oder einer UN-Organisation als Umsetzungspartner. Aber da die GIZ bereits viel Erfahrung auf diesem Gebiet im Irak hat, waren wir überzeugt, dass sie der geeignetste Partner sein würde, um die Regierung zu unterstützen.

Weshalb waren Sie davon überzeugt?

Ich hatte schon seit über einem Jahr im Irak gearbeitet, als wir die Finanzierung für das Projekt erhielten. In dieser Zeit hatte ich die GIZ als erfahrensten Partner vor Ort mit den meisten Einblicken in diesen Bereich kennengelernt. Wir wollten die Erfolgschancen des Projekts maximieren und die GIZ war dafür bestens aufgestellt. Außerdem teilen die GIZ und die Weltbank ein gemeinsames Verständnis von multilateralem Engagement. Bei der Weltbank folgen wir den einvernehmlichen Interessen all unserer Shareholder und nicht nur denen eines einzelnen Landes. Unsere Arbeit dient immer den Menschen, in diesem Fall den Irakerinnen und Irakern. Ich war überzeugt, dass die GIZ das Projekt im besten Interesse der jetzigen und zukünftigen Unternehmer*innen im Irak umsetzen würde.

Warum war es Ihnen so wichtig, mit einem erfahrenen Partner zusammenzuarbeiten?

Entscheidend war, das Projekt mit einem Partner mit einer hohen Glaubwürdigkeit im Sektor umzusetzen, denn der Unternehmertums- und Innovations-Sektor basiert auf Vertrauen. Investor*innen vertrauen den Unternehmer*innen, dass sie ihre Ideen umsetzen. Wenn die Investor*innen oder die Unternehmer*innen der Struktur von CARP nicht vertraut hätten, wäre das Projekt von Anfang an zum Scheitern verurteilt gewesen. Vertrauen ist die Geheimzutat, die ein Projekt im Bereich Unternehmertum und Innovation zum Erfolg führt, und die GIZ war der vertrauenswürdigste Partner in diesem Sektor.

Gab es Hindernisse, die Sie überwinden mussten?

Damit die GIZ das Projekt umsetzen konnte, mussten wir eine hybride Vereinbarung treffen: Die irakische Regierung bekam Geld von der Weltbank und leitete es an die GIZ weiter, die dann damit Aktivitäten im Rahmen von CARP umsetzt. Das machte das Projekt recht komplex und erforderte auf allen Seiten viel Vertrauen. Zum Glück bestand zwischen der Weltbank und der GIZ von Anfang an ein gutes Arbeitsverhältnis, so dass wir diese Hindernisse überwinden konnten. Auch die Beziehungen zwischen der Weltbank und der irakischen Regierung sind hervorragend, daher konnten wir alle Probleme schnell lösen, selbst während der Covid-Pandemie. So, wie sich das Projekt bisher entwickelt, erwarten wir große Erfolge.