Integrierter Unternehmensbericht 2017
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DIGITALE LÖSUNGEN IN PROJEKTEN: POTENZIAL ZU ENTWICKLUNGS­SPRÜNGEN

SICHERE SMARTPHONES, GESUNDHEITSLEISTUNGEN PER INTERNET, INDUSTRIE 4.0 – DIGITALE INNOVATIONEN FÖRDERN WIR MITTLERWEILE IN MEHR ALS 200 PROJEKTEN DER INTERNATIONALEN ZUSAMMENARBEIT. ZUSAMMEN MIT UNSEREN PARTNERN UND AUFTRAGGEBERN NUTZEN WIR DIE CHANCE, DIE ENORMEN POTENZIALE VON DIGITALEN LÖSUNGEN FÜR NACHHALTIGE ENTWICKLUNG UND POLITISCHE TEILHABE FRUCHTBAR ZU MACHEN. DAS GILT BESONDERS IN FRAGILEN LÄNDERN UND BENACHTEILIGTEN REGIONEN SOWIE FÜR BEVÖLKERUNGSGRUPPEN, DIE BISLANG VOM FORTSCHRITT AUSGESCHLOSSENEN WAREN. HIER KANN DER „DIGITALE WANDEL“ REGELRECHTE ENTWICKLUNGSSPRÜNGE INITIIEREN.

INDUSTRIE 4.0 MADE BY GERMANY AND CHINA: START-UP-FACTORY FÜR INTELLIGENTE PRODUKTION

Ob im Maschinenbau, in der Kunststoff- oder Elektronikproduktion – in der Start-up-Factory Kunshan, errichtet gemeinsam mit der lokalen Regierung vor den Toren Schanghais, können deutsche und chinesische Unternehmen die Digitalisierung ihrer Wertschöpfungskette live gestalten. Dabei erfahren sie, was „Industrie 4.0“ genau heißt und wie „Intelligente Fertigung“ konkret funktioniert.

Im Smart Manufacturing Demonstration Lab etwa können insbesondere kleine und mittlere Unternehmen (KMU) mit wenigen technischen Ressourcen beispielsweise Roboter mit fortschrittlicher Sensorik versehen und durch deren Vernetzung eigenständige und anpassungsfähige Arbeitsschritte in der Produktion austesten. Ein Kernziel der intelligenten Fertigung ist hierbei die Massenproduktion von maßgeschneiderten, individualisierten Produkten. Die Start-up-Factory ist eines von 35 Leuchtturmprojekten in der Kooperation des Bundeswirtschaftsministeriums und des chinesischen Ministeriums für Industrie und Informationstechnologie, welche die GIZ seit 2016 vor Ort unterstützt. „Deutsch-Chinesische Industrie-4.0- Kooperation“ heißt das Flagship-Vorhaben, das einen wichtigen Beitrag zu fairen Rahmenbedingungen für ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum in der global vernetzten Welt leistet. GIZ-Fachkräfte beraten dabei Kompetenzträger aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft zu aktuellen Entwicklungen in China und formulieren gemeinsam mit unterschiedlichsten Akteuren konkrete Handlungsempfehlungen an die Politik.

LERNEN VON SÜDKOREA: DIGITALEN VERBRAUCHERSCHUTZ VERBESSERN

Südkorea gilt als internationaler Vorreiter beim digitalen Verbraucherschutz. Das Land hat 2014 eine „Anti-Bloatware-Guideline“ erlassen, nachdem ein Daten-Leak Millionen Menschen geschädigt hatte. Als „Bloatware“ werden Apps bezeichnet, die auf fabrikneuen Smartphones installiert sind, oft im Verborgenen Daten sammeln, weitergeben und meist nicht entfernt werden können. Von diesen und anderen Erfahrungen im südkoreanischen Verbraucherschutz will Deutschland lernen.

Das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz hat daher die GIZ mit dem Projekt „Verbraucherschutz auf Smartphones“ beauftragt. Im Mai 2018 soll ein GIZ-Team dazu einen Fachdialog zwischen den beiden Industrieländern organisieren. Gemeinsam mit südkoreanischen und deutschen Mobilfunk- und Internetkonzernen, Verbraucherverbänden, Thinktanks, wissenschaftlichen und staatlichen Institutionen sollen erfolgreiche Praktiken des digitalen Verbraucherschutzes diskutiert, Sicherheitslücken identifiziert und Ansätze gefunden werden, wie Nutzer ihre Datenhoheit zurück- und Nutzersouveränität neu erlangen können.