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Grusswort des Aufsichtsrats­vorsitzenden

Foto: GIZ: Martin Jäger, GIZ-Aufsichtsratsvorsitzender
Martin Jäger, GIZ-Aufsichtsratsvorsitzender, Staatssekretär im Bundesministerium
für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) (© Photothek)

Covid-19 kennt keine Grenzen und kann in einer global vernetzten Welt nur gemeinschaftlich überwunden werden!

Martin Jäger,GIZ-Aufsichtsratsvorsitzender, Staatssekretär im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

Liebe Leserinnen und Leser,

im vergangenen Jahr hat die Covid-19-Pandemie den Blick der Weltöffentlichkeit in besonderem Maße auf globale Zusammenhänge gelenkt. Die sozialen und ökonomischen Folgen dieser historischen Krise werden lange nachwirken und drohen weltweit die Entwicklungsfortschritte der letzten Jahrzehnte infrage zu stellen. So sind laut UNICEF seit einem Jahr für 168 Millionen Kinder weltweit die Schulen aufgrund von Lockdowns vollständig geschlossen. 

Auch die Zahl der Menschen, die unter den Auswirkungen des Klimawandels leiden, steigt. Im Jahr 2020 war es im Durchschnitt 1,2 Grad Celsius wärmer als zu vorindustrieller Zeit. Dürren, Extremwetterlagen, Waldbrände und Überflutungen zerstören immer mehr Lebensgrundlagen.

Mehr denn je sind wir gefordert, gemeinsam Antworten auf globale Existenzfragen zu finden. Industrie-, Entwicklungs- und Schwellenländer, aber auch die Privatwirtschaft und die Zivilgesellschaft stehen gemeinsam in der Verantwortung, die Anstrengungen zur Erreichung der Ziele der Agenda 2030 und des Pariser Klimaabkommens zu intensivieren.

Eine zukunftsfähige Entwicklungspolitik

Eine zukunftsfähige Entwicklungspolitik muss bilaterale und multilaterale Zusammenarbeit aktiv gestalten und angesichts sich stetig verändernder Rahmenbedingungen flexibel umsteuern können, um die bestmöglichen Wirkungen zu erreichen.

Mit „BMZ 2030“ haben wir die Weichen gestellt, um die Mittel der deutschen Entwicklungspolitik noch strategischer und wirksamer zur Lösung globaler Herausforderungen einzusetzen. Mit den fünf Kernthemen – gleichermaßen die „DNA“ unserer Entwicklungszusammenarbeit – richten wir unser Engagement noch konsequenter auf die nachhaltigen Entwicklungsziele der Agenda 2030 (SDGs) und das Pariser Klimaabkommen aus. Unsere bilaterale Zusammenarbeit fokussieren wir auf 60 Partnerländer. Dabei fordern wir noch stärkere Eigeninitiative und messbare Fortschritte ein. Wir setzen auf vertiefte Partnerschaften mit reformorientierten Ländern und fördern gezielt Privatinvestitionen und fairen Handel. Gleichzeitig können wir aber auch Menschen in Konflikt- und Flüchtlingsgebieten noch wirksamer, schneller und flexibler unterstützen. 

Wir beleuchten auch unser eigenes Handeln kritisch. Die Wertschöpfungsketten deutscher Unternehmen umspannen den Globus, unser Wohlstand hängt vom freien Welthandel ab. Damit tragen wir große Mitverantwortung für die Gestaltung fairer Handelsprozesse und Arbeitsbedingungen. Mit dem im März vom Kabinett auf den Weg gebrachten Sorgfaltspflichtengesetz sind wir weltweiter Vorreiter für die Förderung menschenrechtskonformer Arbeitsbedingungen.

Solidarität in Krisenzeiten

Die Covid-19-Pandemie trifft uns alle, aber sie trifft uns nicht alle gleichermaßen. Die armen und ärmsten Länder dieser Erde und ohnehin benachteiligte Gruppen können kaum auf Ressourcen zur Überwindung der Krise zurückgreifen. Das BMZ hat mit einem Corona-Sofortprogramm mit Umsteuerungen 2020 in Höhe von 1,6 Milliarden Euro sowie zusätzlichen Mitteln für 2020 und 2021 in Höhe von rund 3,1 Milliarden Euro schnell auf die akuten Bedarfe der Partnerländer reagiert und unterstützt sie bei der Pandemiebekämpfung und dabei, die sozialen und wirtschaftlichen Folgen der Krise abzufedern. Neben Unterstützung im Gesundheitsbereich gehören dazu auch Unterstützung im Ernährungsbereich und bei der Stabilisierung von Flüchtlings- und Krisenregionen, soziale Sicherung, Absicherung von Unternehmen in Schlüsselsektoren, Corona-Soforthilfen zur direkten Finanzierung nationaler Programme sowie die weitere Verstärkung internationaler Zusammenarbeit.

Zudem macht sich die Bundesregierung für einen gerechten Zugang zu Covid-19-Impfstoffen stark. Die in kürzester Zeit entwickelten Vakzine sind ein großer Erfolg. Aber sie können ihre Wirkung erst dann voll entfalten, wenn auch in den ärmeren Regionen der Welt genug Menschen geimpft sind. Covid-19 kennt keine Grenzen und kann in einer global vernetzten Welt nur gemeinschaftlich überwunden werden! Mit einem Beitrag von insgesamt 2,1 Milliarden Euro 2020/2021 für den sogenannten Access to COVID-19 Tools Accelerator zur Entwicklung, Herstellung und weltweit gerechten Verteilung von Covid-19-Impfstoffen, Diagnostika und Therapeutika ist Deutschland derzeit zweitgrößter Geber bei der multilateralen medizinischen Antwort auf Covid-19 und setzt ein starkes Zeichen der internationalen Solidarität.

GIZ – ein verlässlicher Partner

Ohne das außerordentliche Engagement und die hohe Präsenz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der GIZ vor Ort in unseren Partnerländern wären die schnelle Umsteuerung und die zusätzliche Unterstützung im Rahmen des Corona-Sofortprogramms nicht in der erfolgten und international sehr beachteten Weise möglich gewesen. Dabei waren und sind die Arbeits- und oft auch die Lebensbedingungen wegen Corona enorm schwierig. Und auch im Inland leisten die Beschäftigten der GIZ Erhebliches. In der Zusammenarbeit von BMZ, Partnerländern und GIZ und durch das Ineinandergreifen von Arbeit im In- und Ausland werden in einer großartigen Gemeinschaftsleistung Antworten auf die globalen Existenzfragen erarbeitet. Ich bedanke mich herzlich bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihren außerordentlichen Einsatz in diesen besonders herausfordernden Zeiten!

 

Mit besten Grüßen

Unterschrift: Martin Jäger.
GIZ-Aufsichtsratsvorsitzender
Staatssekretär im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

Auf dieser Seite finden sich Informationen zu folgenden Sustainable Development Goals (SDGs):

Grafik: GIZ: SDG 1 Keine Armut
Grafik: GIZ: SDG 2 Kein Hunger
Grafik: GIZ: SDG 3 Gesundheit und Wohlergehen
Grafik: GIZ: SDG 4 Hochwertige Bildung
Grafik: GIZ: SDG 5 Geschlechtergleichheit
Grafik: GIZ: SDG 6 Sauberes Wasser und Sanitäreinrichtungen
Grafik: GIZ: SDG 7 Bezahlbare und saubere Energie
Grafik: GIZ: SDG 8 Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum
Grafik: GIZ: SDG 9 Industrie, Innovation und Infrastruktur
Grafik: GIZ: SDG 10 Weniger Ungleichheiten
Grafik: GIZ: SDG 11 Nachhaltige Städte und Gemeinden
Grafik: GIZ: SDG 12 Nachhaltige/-r Konsum und Produktion
Grafik: GIZ: SDG 13 Maßnahmen zum Klimaschutz
Grafik: GIZ: SDG 14 Leben unter Wasser
Grafik: GIZ: SDG 15 Leben an Land
Grafik: GIZ: SDG 16 Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen
Grafik: GIZ: SDG 17 Partnerschaften zur Erreichung der Ziele

Auf dieser Seite finden sich Informationen zu folgenden Nachhaltigkeitsstandards:
GRI-Standard 102-15, 102-23; UNGC 1-9; DNK 1, 3