zum Inhalt springen
Foto: Zwei Frauen und ein Kind sitzen auf einer Holzplattform vor einem Holzhaus. Alle tragen eine OP-Maske. Eine Frau hält ein Tablet mit beiden Händen.
© GIZ/ Conor Wall

Beständig, auch in Pandemiezeiten

Das Coronavirus prägte 2020 auch unsere Arbeit teilweise massiv. Trotz allem sind wir in rund 120 Ländern aktiv geblieben und haben Projekte schnell und flexibel an die neuen Herausforderungen angepasst. Unsere beständig ausgebauten Netzwerke, die passende Expertise und verlässliche Partnerschaftsstrukturen haben das möglich gemacht.

Das Interview mit Matthias Rompel können Sie hier auch lesen.

 

Global: Wie Corona unsere Arbeit verändert

Seit 2020 haben sich unser Leben und unser Alltag radikal verändert. Drei Stimmen zeigen, welche Auswirkungen die Pandemie auf die Arbeit in unseren Projekten weltweit hat:

Während der Pandemie blieb Zeit und Raum, uns auf den Aufbau neuer Angebote und die Verwirklichung von Ideen zu konzentrieren. Mehr lesen

Foto: Hängt mit einem Seit gesichert in einer Felswand: Igor Milošev
Igor MiloševTourismusunternehmer aus Bosnien und Herzegowina
(© Miljan Rasevic)

Wir haben das richtige Thema und Medium gewählt, um junge Menschen in der Krise zu erreichen. Mehr lesen

Porträtfoto: Estima Grabenbaue
Estima GrabenbauerSozialwissenschaftlerin und Entwicklungshelferin, seit 2018 in Sierra Leone
(© Estima Grabenbauer)

SORMAS erleichtert die Krankheitsüberwachung und Ausbruchskontrolle und reduziert so die Auswirkungen von Covid-19. Mehr lesen

Porträtfoto: Maureen Odochi Anyanwu
Maureen Odochi AnyanwuGIZ-Beraterin für digitalisierte Krankheitsüberwachung & Ausbruchsmanagement
(© Maureen Odochi Anyanwu)

Die Arbeit der GIZ in Pandemiezeiten

Matthias Rompel, Abteilungsleiter Südliches Afrika, berichtet im Interview über Umbrüche in der Projektarbeit der GIZ 2020, die Auswirkungen der Krise für Afrika – und welche Entwicklungschancen sie bietet.

Porträtfoto: Matthias Rompel.

Interview mit Matthias Rompel

Abteilungsleiter Südliches Afrika

Wie hat die Corona-Pandemie die Projektarbeit der GIZ verändert?

Die Corona-Pandemie ändert unsere Arbeit in Entwicklungs- und Schwellenländern sehr grundsätzlich. Nach Schätzungen der Weltbank sind aufgrund der Corona-Pandemie 100 Millionen Menschen von extremer Armut bedroht und 130 Millionen Menschen von Hunger. Auch die Projektarbeit ändert sich fundamental. Partner, mit denen wir in der Vergangenheit mitunter täglich im direkten Austausch standen, sind auf einmal nur noch per Telefon oder virtuell erreichbar. Auch im Ablauf in den Projekten musste unglaublich viel umgestellt werden, bis hin zur Anpassung von Ausbildungs- und Trainingsformaten für unsere Zielgruppe auf virtuelle Formate.

Wie konnten sich die Projekte so schnell anpassen?

Das war nur möglich, weil alle Einheiten der GIZ sehr intensiv zusammengearbeitet haben: sowohl die operativen Kolleginnen und Kollegen vor Ort als auch die internen Dienstleister und die Fachexpert*innen in der Zentrale. Das hat uns ermöglicht, das Corona-Sofortprogramm der Bundesregierung und auch die Mittel anderer Geber schnell und effizient umzusetzen.

Zugute kam uns dabei natürlich, dass unser Personal langfristig vor Ort eingesetzt ist – sowohl die nationalen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als auch das entsandte Personal und die Entwicklungshelfer*innen. Die Kolleginnen und Kollegen sind ja in der Fläche eingesetzt und nicht nur in der Hauptstadt aktiv. Und vor allen Dingen sind die meisten von ihnen während der Pandemie vor Ort verblieben, trotz unklarem Verlauf der Pandemie in dem jeweiligen Einsatzland.

Lassen sie mich das an zwei Beispielen illustrieren: In Namibia etwa haben wir schon vor der Corona-Pandemie Kleinstunternehmen und Start-ups beraten. Mit dem Lockdown fiel von einem Tag auf den anderen die Geschäftsgrundlage für diese Unternehmen zunächst weg. Wir haben bei der Anpassung von Geschäftsmodellen beraten, so dass etwa das Start-up im Bereich Naturkosmetik sehr kurzfristig Handsanitizer hergestellt hat, also Desinfektionsmittel. Oder in Südafrika: Dort haben wir gemeinsam mit Volkswagen ein mobiles Corona-Krankenhaus errichtet. In einer ehemaligen Produktionsstätte von Volkswagen ist so ein Corona-Krankenhaus für 1.500 Patient*innen entstanden, einschließlich Sauerstoffversorgung und den entsprechenden Personalkapazitäten.

Neben der Unterstützung in der Krise bleibt unser Ziel immer, langfristig Strukturen aufzubauen und nachhaltige Entwicklungen zu gewährleisten.

Was bedeutet die Pandemie für die Entwicklung der Länder?

Neben den gesundheitlichen Folgen gibt es zahlreiche soziale und wirtschaftliche Konsequenzen. In afrikanischen Ländern etwa sind Erfolge in der Armutsbekämpfung bedroht, genauso verschärfen sich Hungersituationen und soziale Ungleichheit. Es gibt aber auch Chancen, die Krise zu nutzen, um den ökologischen Umbau von Ökonomien zu gewährleisten, Dekarbonisierung und Digitalisierung voranzubringen. Das ist unter dem Namen „Building back better“ bekannt, daran arbeiten wir gemeinsam mit zahlreichen Partnerländern. Zudem planen wir, afrikanische Regierungen bei der lokalen Produktion von Impfstoffen zu unterstützen. Die Afrikanische Union hat sich vorgenommen, den Anteil der in Afrika produzierten Impfstoffe von momentan einem Prozent auf insgesamt 60 Prozent im Jahr 2040 auszuweiten. An dem Thema werden wir im Auftrag des BMZ mit Partnern in Südafrika, in Ghana und im Senegal arbeiten. Nicht zuletzt hat Afrika sehr viel Erfahrung bei der Bewältigung von Pandemien. Das gibt uns die Möglichkeit, vom globalen Süden zu lernen.

Bildrechte: © GIZ / Tristan Vostry

Projekte zum Thema „Beständig, auch in Pandemiezeiten“:

Ostafrika:Infektionen bekämpfen


Moldau: Neue Schnitte, neue Chancen


Kambodscha:Niemanden übersehen


DR Kongo:Ein Rezept für bessere Gesundheit


Wie Corona unsere Arbeit verändert: Bosnien und Herzegowina 


Wie Corona unsere Arbeit verändert: Sierra Leone 


Wie Corona unsere Arbeit verändert: Westafrika 


Unsere Projekte im integrierten Unternehmensbericht 2020

Sie möchten einen Überblick über alle Projekte im integrierten Unternehmensbericht 2020 erhalten? Wählen Sie aus der Übersicht der Projekte aus:

Mehr erfahren über die Arbeit der GIZ in Nord- und Mittelamerika

Lateinamerika: Natürlich cool

Mehr erfahren
Mehr erfahren über die Arbeit der GIZ in Südamerika

Brasilien und Mosambik: Digital durchstarten

Mehr erfahren

Sierra Leone: Radioprogramm gegen die Krise

Mehr erfahren

Marokko: Kurs in Richtung Zukunftstechnologie

Mehr erfahren

EU-Kommission: Green Recovery

Mehr erfahren

Westafrika: Infektionsschutz made in Nigeria

Mehr erfahren

Global: Zentren für den digitalen Wandel

Mehr erfahren
Mehr erfahren über die Arbeit der GIZ in Europa

Global: Digitale Zeitenwende

Mehr erfahren

Bosnien und Herzegowina: Abenteuerliche Tourismusmagneten

Mehr erfahren
Mehr erfahren über die Arbeit der GIZ in Afrika

DR Kongo: Ein Rezept für eine bessere Gesundheit

Mehr erfahren

Südafrika: Grün investieren

Mehr erfahren

Moldau: Neue Schnitte, neue Chancen

Mehr erfahren

Ostafrika: Infektionen bekämpfen

Mehr erfahren

Global: Künstliche Intelligenz für alle

Mehr erfahren

Libanon: Bildungschancen für alle

Mehr erfahren

Afghanistan: Menschenrechte buchstabieren

Mehr erfahren
Mehr erfahren über die Arbeit der GIZ in Asien

Kambodscha: Niemanden übersehen

Mehr erfahren

Indonesien: Eis aus Sonne

Mehr erfahren

Sie wollen mehr über die Arbeit der GIZ erfahren? Hier finden Sie Informationen zu rund 1.600 laufenden Vorhaben.

Überblick über alle laufenden Vorhaben